Dr. Gerhard Czermak

Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats

Verwaltungsrichter, Schriftsteller

Gerhard Czermak ist 1942 in Brünn (Protektorat Mähren) geboren und nach der Vertreibung in Bayern aufgewachsen. Von seinem katholischen Glauben wandte er sich zu Beginn des Studiums innerlich ab. Die wahre geistig-gesellschaftliche Problematik des Kirchenwesens wurde ihm erst ab 1985 durch umfangreiche Studien voll bewusst, ausgelöst durch einen Vortrag von Karlheinz Deschner. Beruflich bis vor kurzem als Verwaltungsrechtler, zumeist als Richter, tätig, widmet er sich seit langem privat dem Religionsverfassungsrecht (traditionell: „Staatskirchenrecht“), um den dort seit je herrschenden Einseitigkeiten entgegenzuwirken. Sein Grundanliegen ist dabei die Herstellung der Rechtsgleichheit zwischen religiösen und nichtreligiösen Weltanschauungen. Gelegentliche Mitarbeit in humanistischen Zeitschriften.

Auswahl juristischer Veröffentlichungen:

• Staat und Weltanschauung. Eine Auswahlbibliographie juristischer sowie historischer und gesellschaftswissenschaftlicher Literatur. Mit kritischen Hinweisen und einer Abhandlung zu Entwicklung und Gegenwartslage des sogenannten Staatskirchenrechts. [Bd.1] Berlin – Aschaffenburg 1993, 354 S. - Abhandl. S. 249-354; Bd. 2 (1993-1997), Aschaffenburg 1999.
• Arbeitsrecht in kirchlichen Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung und kritischer Würdigung des Kündigungsschutzrechts - PersR 1995, 455-463
• Der Kruzifix-Beschluß des BVerfG, seine Ursachen und seine Bedeutung - NJW 1995, 3348-3353
• Zur Unzulässigkeit des Kreuzes in der Schule aus verfassungsrechtlicher Sicht - in: Winfried Brugger/ Stefan Huster (Hrsg.), • Der Streit um das Kreuz in der Schule. Zur religiös-weltanschaulichen Neutralität des Staates. Baden-Baden 1998 (Interdisziplinäre Studien zu Recht und Staat 7), 13-40
• Das bayerische Kruzifix-Gesetz und die Entscheidung des BayVerfGH vom 1. 8. 1997. Religionsverfassungsrecht im Spannungsverhältnis von Bundesrecht, Landesrecht und Verfassungskultur. - DÖV 1998, 107-114
• Zur Ethikunterricht-Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 17.6.1998 - DÖV 1999, 725-730
„Gott“ im Grundgesetz? NJW 1999, 1300-1303
• Rechtsnatur und Legitimation der Verträge zwischen Staat und Religionsgemeinschaften - Der Staat 2000, 69-85
• Das System der Religionsverfassung des Grundgesetzes - KritJ 2000, 229-247
• Das Religionsverfassungsrecht im Spiegel der Tatsachen. Kritische Hinweise zum Verhältnis von Verfassungsrecht und Verfassungswirklichkeit. – ZRP 2001, 565-570
• Zur Rede von der religiös-weltanschaulichen Neutralität des Staats – NVwZ 2003, 949-953
• Öffentliche Schule, Religion und Weltanschauung in Geschichte und Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland. Eine Rückschau unter dem Aspekt der individuellen Religionsfreiheit und Neutralität. In: Kirche und Religion im sozialen Rechtsstaat. FS für Wolfgang Rüfner zum 70. Geb. (Hrsg. Stefan Muckel); Duncker & Humlot, Berlin 2003, 79-109
• Zur Ablösung der historischen Staatsleistungen an die Kirchen. Hinweise zu einem vergessenen Verfassungspostulat und zur religiös-weltanschaulichen Gleichberechtigung DÖV 2004, 110-116
• Kopftuch, Neutralität und Ideologie. Das Kopftuch-Urteil des BVerfG im ideologischen Streit. NVwZ 2004

Weitere Buchveröffentlichung
• Christen gegen Juden. Geschichte einer Verfolgung. Von der Antike bis zum Holocaust, von 1945 bis heute. – Reinbek 1997, 575 S. (rororo-Sachbuch, aktualisiert; Erstausgabe Nördlingen 1989, geb.: Greno)